Stell dir vor, du bist zufrieden. Einfach so. Ohne ein großes Ereignis, eine Beförderung, unerwarteten Geldsegen oder ein neues Paar Schuhe. Einfach zufrieden. Und vielleicht sogar richtig glücklich.

Dein Neandertaler-Ich

Evolutionär bedingt neigst du als Mensch dazu, dir negative Begebenheiten besser zu merken und Ihnen mehr Relevanz zuzuschreiben. Das Beispiel der immer nur negativen und nie positiven Fernsehnachrichten hinkt zwar, finde ich, ein bisschen, hat aber durchaus etwas Wahres an sich. Kleiner Selbstversuch: Achte mal darauf, wie häufig sich deine Gespräche mit Anderen negativen Themen zuwenden. Also zum Beispiel: „Heute ist es echt wieder sau kalt!”, „Jetzt hat der Chef mir schon wieder den Schreibtisch vollgemüllt!” oder “Die Leute können echt kein Auto fahren!”. Selten sagt man Sätze wie „Man, die hat ja bei rot gehalten! Toll! Und richtig sanft abgebremst auch noch…Wahnsinn, tolle Autofahrerin.” oder „Der Chef war heute echt richtig nett, vielleicht bring ich ihm morgen ein Stück Kuchen mit.” Gutes wird oft als selbstverständlich beziehungsweise einfach gar nicht gesondert wahrgenommen, „Schlechtes” wiederum fällt uns besonders auf.

Kann man sich umprogrammieren?

Dankbar sein danke thankful

Photo by Jessica Castro on Unsplash

Das Wort Danke gehört zum Grundvokabular der meisten Kulturen. Es drückt aus: „Ich weiß zu schätzen, was du für mich getan hast.” Und Eltern legen meist großen Wert darauf, dass ihre Kinder es so früh wie möglich sagen können. Im Alltag sagen wir es aber oft nur ganz beiläufig.

Wann hast du das letzte Mal wirkliche Dankbarkeit gefühlt? Eine Empfindung die ausdrückt, dass du dein Leben und die Dinge und Menschen darin wahrhaft wertschätzt? Eltern erleben dieses Gefühl, gerade in den ersten Jahren, meist häufiger. Dieses tief empfundene Glück für das eigene Kind und sein Wohlbefinden. Es lässt sie auch schwierige Situationen und andauernde Schlaflosigkeit überstehen. Aber wie wäre es, wenn wir dieses Glück und diese Freude häufiger empfinden könnten? Uns die Kraft, die diese in uns freisetzen, unser ganzes Leben nutzen könnten?

Glücklich oder Zufrieden zu sein hängt bei den Meisten von uns immer von etwas ab. Es ist etwas Zukünftiges. Wenn ich erstmal die Beförderung bekomme, dann gönne ich mir einen Wellnessurlaub (und danach bin ich dann entspannt und glücklich). Wenn ich mir diese Jeans kaufe, dann sieht mein Hintern zwei Nummern kleiner aus (und dann bin ich selbstsicherer und glücklich). Echte Zufriedenheit ist aber unabhängig von äußeren Umständen. Sie kommt von „Innen”. Denn eine Jeans macht uns natürlich nur für kurze Zeit selbstsicherer und dann müssen wir wieder mit etwas anderem kompensieren.

Shawn Anchor, Professor für Psychologie an der Universität Harvard, sagt, dass, wenn wir Zufriedenheit (Dankbarkeit) empfinden, Freude und Wohlbefinden von alleine kommen. Denn laut seinen und anderen Studiennehmen Optimismus und Lebensfreude zu, je zufriedener wir uns fühlen.

Wie werden wir also zufriedener?

Dankbarkeit kann man trainieren. Das haben Studien festgestellt. Je mehr wir üben, Dinge in unserem Leben zu schätzen, desto mehr sind wir in der Lage, „Gutes” im Alltag wahrzunehmen und dann auch wieder wertzuschätzen. Eine positive Aufwärtsspirale also. Klingt ziemlich gut! Ich versuche mich daran:

Jeden morgen versuche ich an drei Dinge in meinem Leben zu denken, für die ich dankbar sein kann. Und da gibt es wirklich unendlich viele, fällt mir auf. Nicht nur für die Menschen und Dinge in meinem Leben kann ich dankbar sein. Auch ganz „einfache” Sachen, an die ich sonst nie denke, tauchen da plötzlich auf: Ich atme! Von ganz alleine! Ich habe einen Mund zum Reden und Finger zum Tippen dieses Beitrags. Der Hausmeister hat gestern gestreut nach dem Blitzeis, so dass ich mich nicht auf den Hintern gelegt habe, und eine Kuh, irgendwo in einem hoffentlich schönen Stall, hat Milch für mein Müsli gegeben. Alles ziemlich cool!

Es wirklich fühlen!

Es ist einfach sich, diese Sachen vorzusagen und dann mit seinem Tag weiter zu machen. Bringt glaube ich aber nicht so viel. Versuch dir die Kuh vorzustellen und dich wirklich darüber zu freuen, dass sie die Milch

Kuh dankbarkeit für ihre milch

Photo by Stijn te Strake on Unsplash

für dich gibt. Das klingt erstmal komisch, aber ist nicht schwer. Denk an ihre großen Glubschaugen und lächle vielleicht auch ein bißchen, dann sag: „Danke. Ich freue mich über deine Milch, sie schmeckt köstlich, du süßes Dickerchen!” Wie fühlst du dich jetzt? Ganz bestimmt nicht negativ oder genervt. Ist wahrscheinlich eher ein gutes Gefühl. Und damit startest du jetzt in den Tag! Für mich ein Riesen-Unterschied zu vorher. Oft habe ich mir schon beim Zähneputzen Gedanken über den Tag gemacht oder mich über die ersten Tagesnachrichten geärgert.

Der offene Raum, der durch meinen „Digital Detox” entstanden ist, wird jetzt also nicht nur mit mehr Ruhe in meinem Kopf gefüllt, sondern auch mit positiven Gefühlen und Zufriedenheit!

Die Methode

1. Ich bleibe meist einfach nach dem Meditieren noch auf meinem Kissen sitzen und versuche mich in die drei Dinge, die mir spontan einfallen, wirklich „einzufühlen”. Ich sage, „Danke für…” oder „Ich bin so dankbar, dass…” und dann stelle ich mir die Situation oder den Mensch oder die Sache genau vor. Oft lächle ich dann schon von ganz alleine ein bisschen, weil ich mich wirklich freue. Es geht hier nicht um positives Denken und darum, sich etwas schön zu reden. Die Dinge, für die ich dankbar bin, sind ja wirklich in meinem Leben. Und toll. Ich nehme sie nur einfach sonst nicht so wahr!

Journal dankbarkeit dankbarkeitstagebuch

Photo by Toa Heftiba on Unsplash

2. Du kannst auch ein Dankbarkeitstagebuch führen. Das funktioniert genauso, nur dass du die Dinge erstmal aufschreibst. Vielleicht fällt es dir so leichter, sie zu visualisieren und zu fühlen. Probier es doch einfach mal aus!

Ich bin sehr gespannt was, da bei dir passiert, und freue mich riesig auf ein Update von dir! Schreib mir doch einfach etwas in die Kommentare, wenn du magst! Oder mach bei unserer Instagram-Challenge mit und gewinne eine kleine Überrschung. Lies dir einfach diesen Post durch für mehr Infos!

Deine, Anna

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