Walhai Schwimmen Mut Angst AnnaHerzrasen, Hyperventilieren, Schweißausbrüche. Die Dunkelheit unter mir, eine milchige Maske fest auf Nase und Augen gepresst. Atmen wie durch einen Strohhalm.

Mutig sein – oder: es ist so schön, wenn die Angst nachlässt

Mein Mann versteht mich nicht. Für ihn ist das kühle Nass seine zweite Heimat. Er taucht unter und schwebt glücklich durchs Wasser. Zwei Meter neben uns macht ein 10 m langerWalhai das gleiche.

Wir sind auf den Philippinen und haben uns dazu durchgerungen, mit diesen majestätischen Tieren zu schwimmen. Eine Touristenattraktion, ich weiß. Aber den Tieren geht es dabei gut, sie dürfen nicht angefasst werden und kommen freiwillig – naja, das Futter der Fischer trägt wohl einen klitzekleinen Teil dazu bei…

Aber wie auch immer. Den Wahlhaien geht es auf jeden Fall besser als mir. Die ersten paar Minuten hyperventiliere ich in meinen Schnorchel, wie jedes Mal wenn ich dieses verdammte Ding anlege. Über Riesenmuscheln treibend am Great Barrier Reef, zwischen tausenden bunten Quallen auf der Trauminsel Koh Phi Phi und mit Riesenschildkröten planschend auf Hawaii. Die Urangst vor der Tiefe begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich schwimme nie weit weg vom Strand und kann mich auch in Badeseen nicht wirklich entspannen.

Anna zufrieden glücklich Adrian mutig

Glücklich und stolz auf uns 🙂

Warum also schwimmen mit Walhaien?? Ganz einfach. Weil es großartig ist. Nachdem sich meine Panik gelegt hatte und ich erstmal relativ entspannt durch den Schnorchel atmen und die Tauchermaske sehen konnte, war ich überwältigt von diesen sanften Riesen. Ein einmaliges Erlebnis, das ich wohl nie vergessen werde. Aber ganz bestimmt verpasst hätte, wenn da nicht mein verflixter, wunderbarer Mann wäre, der diese Dinge immer wieder machen möchte.

Jeder hat Angst

Und jetzt mal zum Punkt. Angst ist für alle von uns ein Thema. Du kennst sie sicher auch, vor allem wenn du eine Frau bist. Die Angst im Dunklen von der Bahn nach Hause zu laufen. Die Angst vor dem Vorstellungsgespräch. Vor Ratten, Mäusen, Schlangen, Spinnen usw. Jeder kennt sie. Und sie ist wichtig, denn ohne Angst hätten unsere Vorfahren nicht überlebt. Sie wären zum nächstbesten Säbelzahntiger spaziert und hätten sein kuscheliges Teddyfell gestreichelt. Zumindest ganz kurz.

Aber nicht jede Angst die wir empfinden ist heute noch wichtig für unser Überleben. Ganz im Gegenteil. Die Angst vor dem Vorstellungsgespräch zum Beispiel macht dich steif und wahrscheinlich nicht besonders attraktiv für deinen potenziellen Arbeitgeber.

Und dann sind da noch die beiden kleinen Cousins der Angst: der Schweinehund und die Selbstsabotage.

Vom Schweinehund und der Angst

Der Schweinehund kann ein netter Vertreter sein. Wie zum Beispiel der Waldemar meiner Freundin Katharina einer ist. Oder mein borstiger Freund Manni. Er bringt dich dazu mal langsam zu machen, wenn dein schlechtes Gewissen dich zum Sport antreiben will, auch wenn der Schnupfen gerade erst versickert ist. Oder das neue Jahr mit deiner Familie auf der Couch zu genießen, auch wenn du dich in den letzten Monat mit Vanillekipferln und Weihnachtsgans vollgestopft hast. Super wichtig und sehr nötig!

Er kann aber auch aus Gründen der Angst agieren. Keine Angst mit Hyperventilationscharakter. Aber eine kleine Angst. Du kennst sie auch. Die Angst etwas zu verändern zum Beispiel, weil du nicht weißt wie es ausgehen könnte. Oder weil es zu anstrengend werden könnte und deine Komfortzone gerade so wahnsinnig bequem ist. Oder auch das Gegenteil: Die Angst, mal still zu stehen, mal nichts zu machen, anstatt noch eben die eine E-Mail zu schreiben. Hier gibt der Manni mir auch schon mal schlechte Ratschläge und suhlt sich lieber, während du vor der Glotze oder beim Arbeiten am PC vielleicht eine richtig gute Sause verpasst.

Von der Sabotage und der Angst

Ganz fies ist auch die Selbstsabotage. Klingt erstmal komisch, ich weiß. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir sie alle kennen.

Unsicherheit Angst Mut Überwindung

by Michael Sowa

Diese Sätze, die ganz tief in uns sitzen und in den unmöglichsten Situationen an die Oberfläche treten.Das kannst du doch gar nicht!“ „Für die Hose bist du zu fett!“ Oder sogar: Das hast du doch gar nicht verdient!“ Ich sag ja, ein fieser Vertreter diese Sabotage. Wenn diese Sätze in uns hochkommen, machen wir oft Dinge die unser Glück torpedieren. Wir kaufen uns das tolle Kleid nicht, das wir schon den ganzen Sommer im Schaufenster anstarren und rufen den süßen Mann, der uns angesprochen hat, nicht zurück. Der will ja eh nur das Eine! Und manchmal machen wir auch ganz unbewusst Dinge. Unfreundlich zu Anderen sein. Oder etwas Wichtiges vergessen. Das Resultat ist das gleiche. Unsere tiefsitzenden Überzeugungen von uns selbst und die damit verbundene Angst, bringen uns dazu uns der tollen Erfahrungen zu berauben die wir vielleicht gemacht hätten.

Now to the good news!

Ich will dich nicht frustrieren. Hoffentlich habe ich das nicht! Denn ich will genau das Gegenteil erreichen. Ich will dir sagen, dass ich fest daran glaube, dass wir selbst über uns bestimmen können. Das wir Manni auch mal in den Stall sperren können und unserer fiesen inneren Stimme den Stinkefinger zeigen können.

Meine Einladung zum Mutig-Sein

Aber wie die Angst und den Schweinehund überwinden? Hier kommt mein Plädoyer fürs Mutig-Sein.

Scheinehund überwinden Mut Angst

Manni im Wasser

Um sich zu überwinden und Dinge zu tun vor denen man Angst hat, benötigt man eine große Portion Mut und meistens auch a little help from your friends (vielleicht auch a little more). Aber Stück für Stück, mit jeder neuen bezwungenen Situation, gewöhnt sich dein Gehirn an die angstvollen Begebenheiten. Entspannt sich, empfindet sogar Glück.

Ich schwimme immer noch nicht gerne weit raus ins Meer. Die Tiefe macht mir immer noch ein sehr mulmiges Gefühl. Aber ich weiß, dass ich es könnte. Ich bin schon viele Male im tiefen Blau umhergetrieben und habe dabei positive Erfahrungen macht. Das hat sich auch mein ängstliches Neanderthaler-Ich gemerkt.

Und deshalb kann jetzt ICH entscheiden, was ich machen will und was nicht. Nicht meine Angst und auch nicht mein Manni. Ab und an darf er aus dem Stall und sich auf meiner Couch aalen. Zusammen essen wir Flips und ziehen uns eine ganze Staffel „Jane the Virgin“ rein. Das macht Spaß!

“Ganz und gar man selbst zu sein, kann schon einigen Mut erfordern.” Sophia Loren

Aber genauso macht es mir Spaß, zum Yoga zu gehen und mich danach großartig zu fühlen. Gerade an den Tagen an denen ich dazu GAR KEINEN BOCK hatte! Denn dann bin ich danach stolz auf mich. Ein Wahnsinns-Gefühl. Aus Mut und Überwindung entstanden. So wie viele andere unvergessliche Erinnerungen und Gefühle. Also traut euch! Seid mutig! Sagt öfter mal JA oder auch NEIN, auch wenn es Überwindung kostet! Und erzählt mir dann von euren kleinen und großen Abenteuern. Ich freu mich drauf.

Eure, Anna

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