Frau im Winter breitet die Arme aus

Frühling, komm doch! Ich empfange Dich mit offenen Armen, ehrlich. Photo by Paul Green on Unsplash unsplash-logoPaul Green

Hey Du,

wie geht es Dir? Was machst Du so? Und vor allem: Wo bist Du? Ich sage es einfach direkt: Ich vermisse Dich. Ich kann Dein Strahlen einfach nicht vergessen und die vielen Glücksmomente, die wir zusammen erlebt haben. Das Taumeln unter Kirschblüten, das erste Eis des Jahres, das Feierabendbier am Rhein… Es sind zu viele, um sie alle aufzuzählen.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich mich nicht insgeheim frage, wann Du wohl endlich kommst. Jetzt erzähl mir nicht, Du hast keine Lust, diese ganzen Erwartungen zu erfüllen vom „blauen Band“ und „dem Zauber“ des „Anfangs“ und „diesem ganzen Sch…“. Das waren Dein Worte, ich erinnere mich genau, aber es ist nun mal so: Beim Gedanken an Dich, fällt es schwer, nicht in Kitsch zu verfallen.

Es gab Zeiten, da hast Du mich mit einem frühen Besuch überrascht

Ich weiß, Beziehungen sind keine Einbahnstraße. Das stimmt, aber ich habe hier schon so viel für Dich vorbereitet. Mein Picknickkorb ist gepackt, mit allem, was Du gerne magst, die Sandalen stehen bereit, und ich habe sogar angefangen, mal grundlegend aufzuräumen und zu putzen. Ich weiß, dass Du darauf Wert legst. Aber Du lässt mich warten. Warum?

Es gab Zeiten, da hast Du mir so viele Blumen geschenkt und mich überrascht mit einem frühzeitigen Besuch – und jetzt? Bist Du es leid, oder was? Ist es, weil es Dir hier alles noch zu grau ist? Naja, Du fehlst halt. Dein Vorgänger hat mich ganz schön schlecht behandelt. Er war so kalt zu mir, viel zu kalt. Die lichten Momente in unserer Beziehung, sie wurden einfach immer weniger. Ich habe ihn vor die Tür gesetzt, aber er will nicht gehen. Er kommt immer wieder zu mir zurück.

Deine Unzuverlässigkeit nervt mich, aber ich bin Dir verfallen

Es wird Zeit, dass Du ihn rausschmeißt. Ich will gerade einfach nur Dich. Deine Unzuverlässigkeit nervt mich zwar, aber ich kann nichts machen, ich bin Dir verfallen und Deinem flatterhaften Wesen.

Ich weiß, was Du jetzt sagen würdest. Ich soll aufhören zu jammern und dass niemand anders für mein Glück verantwortlich ist, außer mir. Und da hast Du natürlich vollkommen recht, aber ohne Dich ist doch alles nur halb so schön. Geteiltes Glück ist einfach besser, finde ich.

Ich hole Dich ab, Frühling

Du bist doch meine große Hoffnung, die Verheißung, dass mit Dir alles aufwärts geht. Und ganz ehrlich, ich bin hier nicht die einzige, der es so geht.

Weißt Du was? Ich fahr’ Dir entgegen, gen Süden. Ich hole Dich ab, Frühling. Und dann kommst Du mit, um zu bleiben, ja?

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