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Ein frohes neues Jahr Euch allen! Und hello 2019!

Na, schlittert Ihr auch langsam aber sicher von der wohlig-warmen Feierei in den grauen Alltag des Januars?

Für mich fühlt sich das immer ein bisschen an wie kalter Entzug. Mehrere Tage beziehungsweise Wochen liegen wir uns auf Weihnachtsmärkten in den Armen, beschenken uns unterm Tannenbaum, feiern die Gemütlichkeit auf der kuscheligen Dezember-Couch in dieser so wunderbaren Zeit „Zwischen den Jahren“. Tanzen am 31.12. auf den Tischen, als gäbe es kein Morgen – und erst recht kein neues Jahr – mehr.

Der Januar ist die Spaßbremse schlechthin

Und dann, kaum ist der letzte Silvester-Sekt geschlürft, ist er trotzdem da: der Januar. Jedes Jahr das selbe. Alles glitzert und glänzt in dieser glorreichen letzten Nacht des Jahres und dann kommt der Januar und macht das Licht an.

Den Ruf als Spielverderber, als Party Pooper, als ultimative Spaßbremse wird er nicht mehr los. Januar, das klingt für mich nach: „ran an die Arbeit“.

Von Lumumba und Glühwein im Dezember zu stillem Wasser im Januar

Wäre der Januar ein Getränk, wäre er stilles Wasser. Der Cut ist für mich einfach zu krass: vom Glühwein, Lumumba und dem ganzen anderen heißen Dezember-Scheiß zu diesen Januar-Entgiftungs-Smoothies mit Rauke. Vom leckeren Rotkohl-Klöße-Lebkuchen-Menü zu: naja, Rauke.

Fühlt sich an wie auf Turkey.

Meine Idealvorstellung wäre, dass wir von Dezember lockerflockig in den Februar übergehen. Von Glühwein beim Fest der Liebe zum Karnevals-Kölsch in der Eckkneipe. Das wäre ok, da könnte ich mit klarkommen.

Der Januar wurde früher „Hartmonat“ genannt

Auf Wikipedia habe ich gerade nachgelesen, dass eine veraltete Namensform für den Januar der „Hartmonat“ ist. Das kann ich durchaus nachvollziehen, wobei sich der Begriff wohl eher auf den Januar als kältesten Monat des Jahres bezieht. Er wurde nämlich auch mal  „Eismond“ und „Schneemonat“ genannt.

Tja, Januar, wenn Du uns wenigstens Schnee und Sonne schenken würdest, das wäre ja wenigstens ein kleiner Trost. Aber Deine Performance bislang ist auch an Tag 4: mies. Nieselregen, Schauer, Nieselregen. Außer einer grauen Suppe da draußen kann ich nichts erkennen.

Der Monat der Türen und Tore

Aber wahrscheinlich habe ich Dein Wesen einfach nicht ganz durchblickt. Natürlich bist Du kein eindimensionaler „Hartmonat“. Schließlich bist Du nach dem römischen Gott Janus benannt bist. Und der gilt als Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore.

Und dadurch wirst Du mir gleich sympathischer, machst Vorfreude auf das Jahr, das vor uns liegt. Auf die hoffentlich vielen neuen Anfänge, auf die Türen und Tore, die sich öffnen könnten. Am Ende, lieber Januar, so scheint es mir, bist Du: eine Verheißung.

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