Das Fest der Liebe

Wenn zwei sich finden und lieben und diese Liebe erstmal für immer bleiben soll und das Ganze besiegelt und dann auch noch mit allen Freunden und der Familisch gefeiert werden soll, dann kann das eine sehr schöne Sache sein. Eine weniger schöne Sache kann die nicht enden wollende Liste aus Planungen, Entscheidungsfindungen, Erledigungen und Verpflichtungen sein. (Un-)glücklicherweise hat das Internet dazu auch pfiffige Ideen, die von einer 50-Punkte-To-Do-Liste über Hochzeitsplanungs-Apps bis hin zu der Idee gleich eine eigene Hochzeits-Homepage einzurichten, reichen. Nicht selten hört man von Pinterest-Verboten unter Verlobten und dem enormen Streitpotenzial, das in der Hochzeitsvorbereitung liegt. Da kommt einiges auf alle Beteiligten zu.

Das Brautpaar

Antrag machen – Termin suchen  – Gästeliste schreiben – Location organisieren – Save-the-Date-Karten entwerfen – Trauzeugen ranholen – DJ Buchen – Outfit kaufen – Ringe aussuchen – Catering bestellen – Einladungen verschicken – Hotel buchen – Fotografin treffen – Hochzeitstorte beauftragen – Junggessell*innen-Abschied überleben – Fotobox gestalten – Blumenschmuck regeln – Theologin suchen – Live-Musiker finden – Sitzordnung bestimmen – Eheversprechen auswendig lernen – Farbkonzept festlegen – Gästegeschenke basteln – nicht die Nerven verlieren – Haare machen – den schönsten Tag des Lebens haben.

Die Hochzeitsgäste

Zusagen – Geschenk überlegen – Hochzeitsvideo machen – Hochzeitsrezept schreiben – Gästebuchbeitrag verfassen – Kinderbetreuung organisieren – Übernachtungsmöglichkeit suchen – Tanzaufführung vorbereiten – Outfit festlegen – Rede vorbereiten – schön machen.

Die unvermeidliche Frage: Was soll der ganze Quatsch?

Und ja, diese Frage ist absolut berechtigt. Eigentlich geht es ja um darum was gefeiert wird und nicht vorrangig wie gefeiert wird. Es wird gefeiert, dass Zwei einander lieben und zusammen durchs Leben gehen wollen, das sehr ernst meinen und dieses Versprechen vor Zeugen einander geben möchten. Diese Zeugen können das Ganze bestätigen und den einen oder die andere im Zweifelsfall an das Versprechen erinnern. Es geht darum, genau das zu feiern. Nur gibt es das Was nicht ohne das Wie und da wären wir wieder bei der viel zu großen To-Do-Liste, der ein paar Kürzungen kein bisschen weh tun würden.

Der eine Augenblick

Denn man kann noch so viel planen, entscheiden, vorbereiten und tun. Wie gefeiert wird, das weiß keiner vorher genau. Aber es wird gefeiert und er wird da sein, mindestens dieser eine Augenblick, an den man sich immer wieder voller Glücksgefühle erinnern wird. Die stolzen Worte des Brautvaters, die Blumen im Haar, der Filmausschnitt des Sandkastenfreundes, das selbstgedichtete Lied, abspacken zu AnnenMayKantereit, mit allen Freunden in die Fotobox quetschen, der Gin, der zuviel war oder Barfuss nach Hause laufen.

Und wem das zu wenig ist, der kann sich auch nach der Hochzeit ausgiebig um die To-Do-Liste kümmern. Zum Beispiel individuelle Dankeskarten schreiben, Großtante Olga wartet schon ungeduldig.

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