Denkt man an Läuferinnen, hat man schnell drahtige, schlanke Frauen vor Augen. Denkt man an Langstrecken-Läuferinnen dann dominiert das eben beschriebene Bild noch mehr. Bei Mirna Valerio ist das anders, sie wiegt um die 110 Kilogramm, bezeichnet sich selbst als Fat Girl und sie rennt. Gerne auch mal 50 Kilometer am Stück oder mehr. Unter fatgirlrunning-fatrunner.blogspot.com teilt sie ihre Erfahrungen übers Laufen und Leben und sprengt damit stereotype Vorstellungen.

fat and fit, fit and fat

Immer dann wenn es vermeintlich widersprüchlich wird, horchen wir auf. Dass es aber kein Widerspruch sein muss, mit einem Körpergewicht über Normalgewicht zu laufen und das über einen sehr langen Zeitraum, sich dabei fit und gesund zu fühlen, das zeigt Mirna Valerio eindrucksvoll. Und sie zeigt und sagt noch viel mehr. Sie ist, wie sie selbst sagt, fat und fit. Dass sie läuft, hat erstmal nichts damit zu tun, dass Sie an Gewicht verlieren möchte, Auch wenn sie von anderen Sätze hören muss wie:

“Soviel wie du läufst, hättest du es verdient, schlank zu sein”.

Sie ist fit, aber nicht dünn. Ihr selbst geht es darum zu laufen. Sie läuft für sich selbst, um gesund und fit zu bleiben und, damit sie das Beste aus sich rausholen kann. Sie läuft.

“Stay in the mile you’re in”

… das ist zum Beispiel so eins von Valerios Lieblings-Lauf-Mantras.

Es ist ganz egal, ob du schnell oder langsam läufst, eine kurze Distanz oder eine Weite. Es hat keinen Einfluss auf andere, ob du läufst oder nicht. Wenn du eine Runde läufst, kommst du wahrscheinlich auch genau da wieder aus, wo du gestartet bist. Und trotzdem, du läufst. Du bist hier, du bist da und du kommst weiter. Du läufst um des Laufens Willen. Das Laufen ist Selbstzweck.

Lauf Lady lauf!

Wenn ich von Valerio lese und über sie schreibe, bekomme ich direkt Lust, los zulaufen und zwar einfach nur so. Als ich neulich meine Freundin Chrissi zu einem kleinen Waldlauf überreden konnte, freute ich mich wie ein kleines Kind. Ihr Mann meinte, ob wir mit der knappen gemeinsamen Zeit nichts besseres anfangen könnten, als zusammen eine Runde zu drehen. Und ja, uns wäre sicherlich auch etwas anderes eingefallen. Aber dann hätten wir nicht zusammen geschwitzt, den Anstieg verflucht, uns an der frischen Luft und dem Ausblick erfreut und nachher kaputt und glücklich im Gras gesessen. Und wahrscheinlich hätte ich unsere gemeinsame Zeit auch nicht mehr so präsent im Gedächtnis. Ob alleine oder mit anderen, im Wald, in der Stadt, am Strand oder im Fitnessstudio, Laufen ist simpel und zugleich manchmal so herausfordernd. Aber du kannst es probieren.

Valerio sagt:

“If you have two legs, and they work, you can run! A lot of people don’t believe that.”

Ich weiß, dass nicht jeder Lust auf Sport und Laufen hat. Das ist okay! Und ich will auch nicht missionarisch unterwegs sein. Nur falls du nicht läufst, weil irgendjemand meint, dass du es nicht kannst oder du es dir vielleicht selbst nicht zutraust, du aber eigentlich mal eine langsame oder schnelle, eine kurze oder lange Runde laufen willst, dann renn. Renn einfach los!

Meinen Beifall hast du sicher! Deine Katharina.

 

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