Unter dem Hashtag FridaysforFuture kämpft Greta Thunberg aus Schweden für den weltweiten Klimaschutz und verschafft sich nicht nur im Netz Gehör. Jeden Freitag geht sie nicht in die Schule, sondern vor das schwedische Parlament, um dort gegen die bestehende Klimapolitik zu protestieren. Gestern sprach sie vor der UN-Klimakonferenz in Kattowitz, und das mit gerade mal 15 Jahren. Eine junge Heldin!

Sie ist 15 Jahre alt

Wenn ich daran denke, was ich getan und gedacht habe als ich 15 Jahre alt war, fallen mir solche Säulen wie Schule, Sport und Freunde ein und dazwischen wahrscheinlich sehr viel Ich, Ich, Ich. Mit Sicherheit wäre ich nicht darauf gekommen, mich politisch so zu engagieren, dass ich vorhandene Strukturen anprangere und mich vehement, einfallsreich und klug für die Zukunft meiner Generation einsetze.

Heute, mehr als 15 Jahre später bin ich nach wie vor mehr als beeindruckt davon, was Menschen dazu antreibt, sich einer Sache selbstlos zu widmen. Und das ganz besonders, wenn sich die Leidenschaft für eine so wichtige Sache schon in jungen Jahren entwickelt, festsetzt und diese ihr Leben bestimmt.

Heute habe ich einen kleinen Sohn und freue mich darüber wenn er Sätze sagt wie: “Überall ist Welt”. Und dann ziehe ich los und versuche Kleinigkeiten in meinem eigenen Leben besser, verträglicher und bewusster zu machen und laufe doch weiter wie bisher, ohne etwas Grundlegendes zu ändern. Aber es soll hier nicht um mich gehen, und das ist gut so. Vielmehr möchte ich den Einsatz von Greta Thunberg und vielen anderen Kämpferinnen und Kämpfern würdigen, die die Dinge nicht so hinnehmen wie sie sind und für ihre Überzeugungen eintreten.

Kinder schützen die Zukunft

“Es ist super, dass so viele Kinder verstanden haben, dass es unsere Zukunft ist, die wir schützen müssen” so Thunberg. Als sie acht Jahre alt war, hörte sie zum ersten Mal von der Erderwärmung, beschäftigt sich seitdem intensiv damit und prangert die Untätigkeit der Politiker im Kampf gegen den Klimawandel an. Nach den Sommerferien griff sie zu einer ungewöhnlichen Maßnahme und ging nicht mehr zur Schule, dafür aber täglich vor den schwedischen Reichstag, mit dem Protest-Banner “Schulstreik fürs Klima”. Sie stellt dabei die Fragen, die gestellt werden müssen:

 “Warum soll man für eine Zukunft lernen, die es vielleicht gar nicht gibt?”, fragt sie. “Und warum soll man Fakten pauken, wenn die wichtigsten Fakten von der Gesellschaft nicht ernst genommen werden?”

Was Thunberg wöchentlich freitags macht, machen viele Schüler*innen ihr weltweit nach. Ob in Finnland, Südamerika oder Australien, überall findet sie Mitstreiter*innen.

Klar und hartnäckig in Kattowitz

Bei der Klimakonferenz in Polen sagt sie deutlich, dass der Klimawandel kommt und nennt ihn eine existenzielle Bedrohung. Die Emissionen steigen weiter und man könne nicht so weitermachen, als sei nichts passiert. Sie selbst steigt in kein Flugzeug, sondern kommt mit ihren Eltern im Elektroauto. Sie selbst isst kein Fleisch, weil dadurch Treibhausgase produziert werden. Sie selbst ist inspirierend und mutig. Und wahrscheinlich geht es ihr überhaupt nicht darum, wie sie ist und bewertet wird. Sie setzt sich für ihre Sache ein und das zu hundert Prozent.

 

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