Ernst wie eh und je: Frida Kahlo mit 19 Jahren. Frida Kahlo, c. 1926. Museo Frida Kahlo. © Diego Riviera and Frida Kahlo Archives, Banco de México, Fiduciary of the Trust of the Diego Riviera and Frida Kahlo Museums.

Sie begegnet uns inzwischen an fast jeder Ecke : auf T-Shirts, Teelichtern, Schlüsselanhängern. Die Malerin Frida Kahlo, die mexikanische Rebellin und frühe Gender-Aktivistin, die auch unseren Blog inspiriert hat, ist nahezu allgegenwärtig.

Wird die große Künstlerin unter Kitsch und Kommerz begraben?

Kritiker fürchten, dass die große Künstlerin unter all dem Kitsch und Kommerz begraben wird. Aber da kennen sie Frida schlecht. Ihr kann auch eine abstruse Frida-Barbie-Puppe nichts anhaben,  gegen die sich ihre Familie erfolgreich vor Gericht wehrte.

Frida Kahlo ist die Königin der Auferstehung. Gerade taucht sie nämlich in ihrer ganzen Pracht und mit etlichen ihrer Werke in London wieder auf: Das renommierte „Victoria and Albert Museum“ in London huldigt der Künstlerin mit einer neuen Ausstellung.

Neue Frida-Ausstellung in London bis 4. November

In „Frida Kahlo: Making Her Self up“ erfahren die Besucher, wie sie sich selbst erschuf, sich immer wieder neu erfand: Selbstportraits, Fotografien, etliche Kleidungsstücke, persönliche Gegenstände, Schmuck, Kosmetika aber auch ihre bemalten und zur Kunst erhobenen Prothesen und Korsette sind zu sehen. Ein Großteil der Exponate stammt aus Kahlos Geburtshaus, dem Casa Azul in Mexiko-Stadt, wo sie 2004, ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod, wiederentdeckt wurden. Die Stücke seien noch nie außerhalb von Mexiko zu sehen gewesen, schreibt das Museum.

Wer Frida Kahlo also einmal besonders nahekommen will, sollte sich bis zum 4. November auf nach London machen. Wer keine Zeit findet, auf die Insel zu reisen, den tröstet vielleicht, dass er sie bald schon wieder sehen wird: ernst dreinblickend von einer Handyhülle oder einem Coffee-To-Go-Becher. Die 1954 Verstorbene holt uns Hetzende in unserer schnellen Lebenswelt ein. Ist so lange nach ihrem Tod fast überall. Wahrscheinlich hätte ihr das gefallen.

Zum Weiterlesen: Warum wir alle ein bisschen Frida sind

Share: