Photo by Eutah Mizushima on Unsplash

Irgendwie hatte mich der Winterblues dieses Jahr bisher nicht so gepackt. Was bestimmt auch daran lag, dass ich mir im Dezember 2 Wochen lang die Sonne Balis auf den Bauch scheinen lassen durfte. Und dann kam auch noch ER, der Frühling! Sonne, ein mildes Lüftchen und glückliche Gesichter. Ich hoffte er würde vielleicht bleiben. Aber er musste nochmal los und jetzt ist alles anders.

Die Stürme machen es mir gerade nicht leicht

Ich bin total erkältet, aber der Hund muss nunmal raus. Von einem gemütlichen Ründchen sind unsere Spaziergänge aber leider weit entfernt! Es bläst und zerrt an mir. Der Regen scheint mir waagerecht ins Gesicht zu regnen. Und kalt ist es zu allem Übel auch wieder geworden. Ich finde es furchtbar. Geht wahrscheinlich jedem so.

Heute morgen allerdings hatte ich eine Begegnung, die mich zum Nachdenken brachte. Ich bog mit dem Hund um eine Häuserecke und wurde gleich wieder vom Wind mitgerissen. Angeekelt starrte ich in den Regen und wollte die graue Straße überqueren. Da kam mir eine Frau entgegen, deren Anblick mich mehr als überraschte…

Eine Erscheinung

Zum kurzen Verständnis. Ich bin bei diesen Spaziergängen eingepackt wie ein Trockenraum. Wasserfeste Schuhe, Kniesocken, lange Hose, regenfester Daunenparka, Wollmütze und Schal. Alles in dunklen Farben. Dazu ein finsterer Gesichtsausdruck. Diese Frau war das genaue Gegenteil. Angefangen bei ihrem gelassenen Gesichtsausdruck! Sie trug die Haare offen. Ohne Mütze, Kapuze oder gar einen Schirm. Ihre Segeljacke war ebenfalls offen und darunter hatte sie nur eine Bluse. An den Füßen trug sie leuchtend grüne Chucks. Chucks! Stoffturnschuhe! Bei Regen! Im Winter! Abgerundet wurde ihre Lässigkeit von einer Zigarette, die trotz des strömenden Regens und des stürmischen Winds weder nass noch verknackt schien. Ich war ziemlich verwirrt. Und drehte mich sogar nochmal nach ihr um…

Sollte mir das vielleicht irgendwas sagen? War die Frau vielleicht nur eine Erscheinung? Hatte ich zu viel Hustensaft intus? Ich weiß es nicht. Aber ich habe mir vorgenommen, mir von ihrer Gelassenheit ein Stück abzuschneiden. Ich hasse es, das Wetter so zu hassen. Erstens ist es sinnlos und zweitens macht es mich unglücklich. Auf einem Meditationsseminar habe ich mal die Fünf Prinzipien für ein glückliches Leben gehört. Eins davon ging so: “Übe dich in Akzeptanz. Du kannst viele Umstände nicht ändern, sie zu akzeptieren bringt dir Ruhe und inneren Frieden.” Für mich ist das unglaublich schwierig, das muss ich ehrlich gestehen, aber ich habe mich durch diese Frau heute wieder daran erinnert und gelobe Besserung. F#ck off Winterblues!

Und weil es Friday ist:

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