Es gibt so Sachen als Mama, die mache ich ziemlich ungerne. Und dann gibt es andere, die machen mir wirklich Spaß. Dazu zählen zum Beispiel Bücher gucken und Geschichten vorlesen. Neulich ging es bei einer dieser Geschichten ums Trösten. Anlass genug für mich, den heutigen Friday dem Trösten zu widmen.

Mach mal eiei

Wer kennt das nicht: einige Babies sind zusammen und eins von Ihnen fängt auf einmal an zu weinen. Dann dauert es meist nicht lange und ein anderes setzt mit ein. Und dann noch eins und noch eins und noch eins. Ist das Baby dann etwas älter, reagiert es in der Regel nach wie vor intensiv auf den Kummer eines anderen Babies. Auf das Weinen eines Kleinkindes verhält sich ein selbiges meist mit Interesse und Neugier. Auch wenn ein Kleinkind von sich aus wahrscheinlich nicht gleich zum weinenden Kind hingehen und es in den Arm nehmen würde, so merkt man doch, dass das andere Kind dem Weinenden Aufmerksamkeit schenkt und vielleicht auch so etwas wie Mitgefühl. Auch wenn das nicht verbal oder taktil ausgedrückt wird. Bei noch größeren Minis erlebt man in diesen Augenblicken dann häufig die Aufforderung eines Erwachsenen, doch einmal hinzugehen und “Eiei zu machen”.

Leid zum Ausdruck bringen

Wie auch immer. Wenn Kinder Kummer haben, ist Ihnen das leicht anzumerken. Das ist zumindest in den allermeisten Situationen der Fall und das ist auch gut so. Besonders Kleinkinder drücken ihr Leid unverblümt aus und darauf zu reagieren, ist eine wichtige Aufgabe erwachsener Bezugspersonen. Den Kindern die Sicherheit zu geben, dass ihre Gefühle ernst genommen werden, ist – wie ich finde – eine der Hauptaufgaben von Eltern, um den Kleinen (Ur-)Vertrauen zu geben und ihre emotionale Entwicklung positiv zu begleiten.

Die allermeisten (Klein-)kinder tragen ihr inneres Leid auch nach außen. Bei Erwachsenen ist das nicht immer so. Bereits im späten Kindesalter lernen wir, Gefühle zu unterdrücken. Das kann in einigen Situationen bestimmt hilfreich sein, aber birgt auch eine Menge an Gefahren. Gefühle längerfristig zu unterdrücken, kann zu Antriebslosigkeit, innerer Unruhe oder der Unfähigkeit, Beziehungen einzugehen, führen. Viele Menschen haben Angst vor ihren Gefühlen und begeben sich nur ungerne in die Nähe ihrer Gefühle, denn das führt für Sie zu Unsicherheiten. Also es lieber gleich sein lassen. Besonders schwer kann es fallen, negative Gefühle zuzulassen und erlebtes Leid auszudrücken.

Aber bleiben wir beim Trösten. Denn um genau dieses Leid zu lindern, hilft es, getröstet zu werden.

Trösten hilft!

Was Kindern gut tut, nämlich getröstet zu werden, hilft Erwachsenen genauso. Natürlich können auch liebe Worte eine tröstendende Wirkung auf uns haben oder der mitfühlende Blick deines lieben Hundes oder ein Lied, das genau in diesem Moment wirkt oder eine warme Suppe, die ein Gefühl von Geborgenheit auslöst oder oder oder.

Wie wir selbst zu guten Tröstern werden, das könnte so gehen:

Annahme und Teilnahme

Zu erkennen, was in einem leidvollen Moment bei einem Menschen los ist, bedarf einiges an Einfühlungsvermögen. Den Kummer zu erkennen, ihn der Person zu erlauben, ihn anzunehmen, da zu sein und dabei zu bleiben, das ist der erste große Schritt.

In den Arm nehmen

Zuzuhören oder einfach nur da zu sein und der leidenden Person das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine ist. Dazu noch eine Hand reichen oder in den Arm nehmen, auch das kann Leid lindern.

Ein wärmendes Getränk anreichen

Dem Leidenden ein Gefühl von Geborgenheit zu geben, das kann zum Beispiel durch eine heiße Schokolade oder wahlweise einen klaren Schnaps klappen.

Zuspruch geben

Mit einer Portion Mitgefühl und Verständnis können wir gute Tröster sein. Mehr braucht es gar nicht, um das Leid eines Menschen anzunehmen und vielleicht auch etwas von seinem Leid zu lindern. Denn wenn der Schmerz irgendwann nachlässt, dann gibt es auch wieder mehr Platz für Freude.

Viel Spaß beim Trösten und beim getröstet werden, heute, im Herbst, im Winter und immer wünschen Eure Fridas!

 

Share: