Geschenkt

Es ist Mai 2020

Es ist Woche acht des Corona-Ausnahmezustandes. Seit knapp zwei Monaten ist die KiTa geschlossen. Seit zwei Wochen machen SPD-Bundesfamilienministerin Giffey und ebenso der FDP-NRW-Familienminister Stamp Hoffnung auf Stufe 3 der KiTa-Öffnung, das heißt ein improvisierter Regelbetrieb. Wenn ein Impfstoff gegen das Virus entwickelt ist, was Jahre dauern kann, soll Stufe 4, der Regelbetrieb, folgen.

 

Keine Rückkehr in die KiTas

Und nun diese Nachricht vom 8. Mai: der Großteil der 2-5 jährigen KiTa-Kinder darf nicht zurück in die KiTas. Familien, die keinen Anspruch auf Notbetreuung haben, die nicht Eltern eines Kindes mit Förderbedarf oder eines Vorschulkindes sind, haben in NRW keine KiTa-Perspektive in Sicht. Wobei keine stimmt hier nicht ganz. Zwischen dem 10. Juni und dem 29. Juni, dem Start der Sommerferien, dürfen genau diese Kinder möglicherweise an zwei Tagen in die KiTa.

 

#GESCHENKT

Diese zwei Tage zwischen dem 10. Und 29. Juni 2020 bekommt das NRW- Familienministerium zurück geschenkt.

Und alle Eltern, die ebenfalls Anspruch auf diese zwei Tage im Juni haben, sind dazu aufgerufen, es ebenso zu tun.

Packt Tag 1 und Tag 2 in einen Karton, verpackt es als schönes Geschenk und schickt es ans Familienministerium nach Düsseldorf oder bringt es gleich persönlich vorbei.

 

Was sollen diese zwei Tage bringen?

Für die Kleinkinder:

Für die Kinder heißt es vor allem Stress! Nach dann drei Monaten KiTa-Schließung wieder zurück in die KiTa zu kommen, wird mit intensiven Gefühlen verbunden sein. Vielleicht mit Angst, mit Vorfreude, mit Aufregung. Diese zu regulieren, ist für 2-5 Jährige eine immense, fast unmögliche Aufgabe. Und die Gefühle nach den zwei Tagen werden ebenfalls intensiv ausfallen und sich in Unverständnis, Frust, Ärger, Traurigkeit äußern. Denn nachdem die Kinder ganz kurz einige Ihrer Freunde und vertrauten Bezugspersonen in ihrer KiTa für ein paar Stunden gesehen haben, ist damit dann erstmal wieder für unbestimmte Zeit Schluss. Was die Kleinkinder aber mit Sicherheit nicht sagen werden ist: „Schön, dass wir uns kurz gesehen haben, so können wir unser Kindergartenjahr doch noch vernünftig zu Ende bringen. Dafür sollten wir dankbar sein. Machen wir weiter das Beste draus, bis bald irgendwann und alles Liebe für Euch und bleibt bitte gesund“.

 

Für die Eltern:

Eltern bekommen die Aufgabe, ihre Kinder auf diese zwei Tage vorzubereiten. Wie kann es ablaufen, worauf soll geachtet werden? Welche Regeln gelten? Wie kann das Kind mit der Aufregung oder den Ängsten umgehen? Für Eltern bedeutet das vor allem Stress. Denn nach den zwei Tagen KiTa müssen wieder Tränen getrocknet, Hoffnung ausgesprochen und mögliche Erklärungen und Perspektiven aufgezeigt werden. Aber genau diese Perspektiven fehlen sehr!

 

Keine Perspektive in Sicht

Und wie geht es danach weiter? Was passiert nach dem 29. Juni? Warum dürfen Kinder an zwei Tagen im Juni in die KiTa und an allen anderen Tagen nicht? Welches Konzept steckt dahinter und wie soll es zukünftig aussehen?

Eigentlich würden die KiTas sich nach dem 29. Juni für 2 oder 3 Wochen im Juli 2020 in die Sommerferien verabschieden. Im August startet das neue Kindergartenjahr. Im Familienministerium ist aber vage von September die Rede, das heißt mindestens zwei Monate später nach diesem 29. Juni. Was passiert im restlichen Juli und im August und warum soll es erst im September weitergehen?

Wer soll das verstehen?

Bei diesen politischen Maßnahmen fehlen die Erklärungen, sie erzeugen Stress, Unverständnis und Frust. Es fehlt ein Konzept, das verstanden werden kann. Es fehlt eine Aussicht auf Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder. Es fehlt eine Aussicht auf Entlastung für Familien.

Familien brauchen eine Perspektive. JETZT!!!

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