Ausmisten umzug chaos Photo by Onur Bahçıvancılar on Unsplash

Ich hasse es auszumisten. Noch viel mehr als meinen Koffer auszupacken…und das heißt schon was! Es ist nicht die Tätigkeit an sich, die mich stört oder dass ich besonders an Dingen hängen würde. Es ist das Gefühl von Chaos. Ein Chaos, dass ich nicht übersehen oder ignorieren kann, sondern in das ich mich hineinbegeben muss. Das löst in mir ein unerwartet starkes Gefühl aus…

Ausmisten aufräumen umzug chaos

arget=”_blank” href=”http://fridafrida.de/wp-content/uploads/2018/06/dan-freeman-404566-unsplash.jpg” xlink=”href” rel=”noopener”> Photo by Dan Freeman on Unsplash[/ca

Wenn man das jetzt so liest, könnte man denken, ich sei eine Ordnungsfanatikerin, eine pingelige Nörglerin. Aber davon bin ich weit entfernt. Ich liebe das Gefühl, meine Wohnung frisch aufgeräumt und geputzt zu haben, klar. Aber so sieht es mitnichten immer bei mir aus. Leider. Das liegt wohl daran, dass ich ganz gut auch mal über Dinge hinwegsehen kann, sie ausblenden, mich nicht an ihnen stören kann. So geht mir das auch im Chaos großer Städte oder im überfüllten Supermarkt. Wenn ich will, kann ich mitten im großen Getöse die Ruhe selbst sein. Aber wenn ich einen chaotischen Schrank ausmisten soll, bin ich maßlos überfordert! Hier kann ich nämlich plötzlich nichts mehr ignorieren, sondern muss mitten rein. Und das stinkt mir.

Und plötzlich bin ich mitten drin

So geschehen gestern. Wir ziehen in einem Monat um. Für mich der Supergau, denn jetzt  muss alles ausgemistet werden. Oft kann ich mich ums Ausmisten herumdrücken und es meinem Mann überlassen. Er steht dann vor meinem Schrank, zieht alle Klamotten raus und fragt mich, was ich behalten möchte und was weg kann. Ich stehe dann völlig entnervt (obwohl ich keinen Handschlag getan habe!) da und sehe nichts außer Chaos. Unglaublich, dass der das mitmacht 🙂

Aber nun ist alles anders. Der Umzug ist dann doch zu viel Arbeit, als dass ich sie komplett auf meinen armen Mann abwälzen könnte. Deshalb habe ich mich gestern todesmutig ans Ausräumen, Ausmisten und Einpacken des Arbeitszimmers gemacht. Schlechte Idee! Die ersten beiden Kisten liefen gut. Ich habe entsorgt und organisiert und fühlte mich gut. Dann sammelte sich immer mehr “Kram” an, von dem ich nicht so richtig wusste, wo er hin sollte. Brauchen wir eine Playstation Portable von 2005 inklusive der acht Uralt-Spiele noch? Wahrscheinlich nicht. Oder einen Stiftebecher aus Oryx-Antilopen-Hoden? Keine Ahnung. Aber wohin damit? Plötzlich häufte sich überall Zeug auf, das ausgemistet oder verpackt werden wollte. Und da war er dann, der Chaos-Overflow! Völlig entnervt habe ich Reißaus genommen und die Tür des Arbeitszimmers geschlossen. Natürlich von außen. So von wegen Ausblenden und so. Abends habe ich meinem Mann dann erklärt, ich hätte die Hälfte des Arbeitszimmers weggepackt, er müsse sich jetzt nur noch um “seine” Sachen kümmern, von denen ich nicht wüsste ob er sie noch bräuchte oder nicht. Fies oder? Ein bißchen schäme ich mich auch dafür, aber eben nicht genug, um die Tür wieder selbst zu öffnen und mich erneut ins Chaos zu begeben.

lank” href=”http://fridafrida.de/wp-content/uploads/2018/06/kinga-cichewicz-547999-unsplash.jpg” xlink=”href” rel=”noopener”> Photo by Kinga Cichewicz on Unsplash[/caption]

Selbsterkenntnis: Fehlanzeige!

Warum genau mich dieses Durcheinander so aus der Fassung bringt, habe ich bisher noch nicht ergründen können. Eigentlich bin ich ein eher besonnener Typ und kann anpacken, wenn es nötig ist. Aber Ausmisten ist irgendwie ein Sonderfall.

Wenn ich mich dann doch mal erfolgreich an diese eine Küchenschublade gewagt habe, du weißt schon, die mit den ganzen angefangenen Nudelpackungen, offenen Gewürzen und herumfliegenden Teebeuteln, dann bin ich nachher wahnsinnig stolz auf mich. Und sehr zufrieden, denn Auszumisten kann ein sehr befreiendes Gefühl sein. Aber dieser Moment mitten drin, wenn alles ausgeräumt ist und überall verstreut herumliegt, die Staubflusen und Krümel tanzen und ich nicht weiß, wohin mit der ganzen Kacke, der macht mir einfach Gänsehaut.

Mein armer Mann, das wird noch ein schöner Umzug 🙂Vielleicht sollte ich meinen eigenen Ratschlag beherzigen und einfach ein bißchen mutiger sein, wird schon….

Kennst du dieses Gefühl? Dass dich eine Situation aus der Fassung bringt und du nicht weißt warum? Ich würde mich freuen zu hören, was es bei dir ist, denn geteilter Wahnsinn ist vielleicht nur halber Wahnsinn? 😉

Deine, Anna

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