Festival

“Es müsste immer Musik da sein. Bei Allem was du machst. Und wenn’s so richtig scheiße ist, dann ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle wo, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.”Floyd in Absolute Giganten

Da war wieder so ein Moment: Ich, er und eine Band namens Wanda. Der Tanzbrunnen in Köln, Menschen, die ausrasten vor Freude, die tanzen und springen und lachen. Sorglosigkeit, Selbstvergessenheit, eine große glückliche Menge. Solch dionysische Rauschzustände, die kann nur Musik erzeugen.

Seit ich auf dem Konzert dieser Wiener Vagabunden-Band war, habe ich ihre Lieder die ganze Zeit im Kopf. Beim Autofahren, am Schreibtisch, beim Einkaufen. Und das macht alles Schöne noch schöner. Und alles Nervig-Alltägliche irgendwie ok. „Amore lasciami fare/ Non lasciami fare / Niente!“

Zeit heilt nicht alle Wunden, aber Musik ein bisschen

Und wenn es mal so richtig scheiße ist, wie Floyd in dem Film “Absolute Giganten” sagt, dann ist immerhin noch Musik da. Zeit heilt nicht alle Wunden, aber Musik ein bisschen.

Ich bin nicht besonders musikalisch, kann mehr schlecht als recht ein bisschen Gitarre spielen und wahrscheinlich auch noch Blockflöte. Aber trotzdem ist Musik für mich das halbe Leben. Jede Lebensphase, am liebsten würde ich sagen, jeden Moment, verbinde ich mit einem bestimmten Lied.

  • “Lambada” von Kaoma, Sommerkleidchen mit Sandalen: eine sorglose Kindheit.
  • “Bonny und Clyde” von den Toten Hosen, Zahnspange, rotgefärbte Haare: ein kleiner Aufstand
  • “Smells like Teen Spirit” von Nirvana, zerrissene Jeans, Nietengürtel: ein bisschen mehr Rebellion
  • “Californication” von den Red Hot Chili Peppers, Walle-Walle-Klamotten: Ach, alles wird schön
  • “Hurricane” von Neil Young, die Haare länger, das Leben leichter: das ganz große Glück ist nah

Für mich ist Rockmusik das höchste der Gefühle. Sie ist nicht so cool und so ironisch wie der Hiphop, nicht so eitel und schön wie der Pop. Sie ist schmutzig und anders, die dunkle Seite der Musik.

Rockmusik schenkt Dir orgiastische Augenblicke

Es scheint, ihr ist egal, woher Du kommst, wohin Du gehst, wer Du bist. Und das alles meint sie ernst. Sie nimmt Dich auf in ihren Moshpit, „ihren schwarzen Kreis aus Opium“, würden Wanda singen. Mit all Deinen Dämonen. Ihre Gitarren schenken Dir orgiastische Augenblicke. Die Dich in den Alltag begleiten können.

Und am Ende hörst Du immer nur diesen einen Moment.

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